Spielbericht Frauen SCD NLB - 13. Runde gegen FF Chênois Genf  (auswärts)

Fussballkrimi im nass-kalten und regnerischen Genf – beste Propaganda für den Frauenspitzenfussball!

Es war ein Fussballkrimi sondergleichen, was die beiden Teams den Zuschauerinnen und Zuschauern am Samstagabend in Genf zeigten. Niemand konnte erahnen, wie das Schlussresultat aussehen könnte. Wie bei einem Fernseh-Krimi kommt die Lösung immer erst am Ende

Ort: Stade des Trois-Chêne, Chêne-Bourg

Zuschauerzahl: 55 Zuschauer

Aufstellung Derendingen: Rytz, Bünger, Alvarez, Vögeli, Hawker, Trutmann (ab 81. Minute Gianforte), Bucher, Zahno (ab 90. Minute Das Chagas), Scheidegger, Kohler, Schneider (ab 74. Minute Saladin).

Torfolge: 4. Minute 0:1 Andrea Vögeli, 12. Minute 1:1 Charline Silva, 13. Minute Amon Elloh, 28. Minute 2:2 Michèle Kohler, 31. Minute Nadine Scheidegger 2:3, 51. Minute Amon Elloh 3:3, 56. Minute Seline Schneider 3:4, 68. Minute Laetitia Chapeh Yimga 4:4, 69. Minute Simone Zahno 4:5, 90. Minute Yamna Boudjema 5:5.

 

Zur Überraschung aller Beteiligten fand das Spiel auf dem sehr tiefen Naturrasen statt. Bedingungen, an die sich beide Teams zuerst gewöhnen mussten. Umso mehr ein grosses Kompliment an beide Teams, die ein hochspannendes Spiel gezeigt haben und das in der 2. Hälfte an Dramatik und Emotionen kaum mehr hätte übertroffen werden können! Schade, dass die Referie nicht ganz auf der Höhe der anderen Beteiligten war und am Ende des Spiels durch einige Fehlentscheidungen oder mangelndes Fingerspitzengefühl viel unnötige Hektik ins Spiel brachte.

Die ersten zehn Minuten dominierten die SCD Frauen ganz klar und verdienten sich zu diesem Zeitpunkt die 1:0 Führung, die durch ein Foul an Seline Schneider zum Penalty geführt hatte, den Andrea Vögeli souverän verwandelte. Nach der Führung des Gästeteams erwachten die Einheimischen und zeigten ihre Gefährlichkeit durch die sehr schnellen und trickreichen Sturmspitzen, die dann zu einem Doppelschlag ansetzten und in der 12. bzw. 13. Minute die Führung des Heimteams erzwangen.

In der 28. Minute erzielte Michèle Kohler mit einem Kunstschuss aus einem spitzen Winkel den Ausgleich zum 2:2. Die Frauen des SC Derendingen, die erstmals mit Nadine Scheidegger als „Rückkehrerin“ antraten, erhöhten das Tempo und drehten das Spiel zu einer sehr verdienten Pausenführung von 2:3. Die neuerliche Führung der SCD Frauen erzielte Nadine Scheidegger, die nach einer präzisen Hereingabe von der rechten Seite, den Ball nur noch über die Linie spielen musste. Drei weitere hochkarätige Torchancen vergaben die Derendingerinnen in der 1. Halbzeit, so dass das Spiel bereits zur Pause hätte entschieden sein können.

Der Krimi fand seine Fortsetzung in der 2. Halbzeit

Der spannende Krimi fand in der 2. Halbzeit die Fortsetzung. In der 51. Minute war es wiederum die wirblige und trickreiche Amon Elloh, die zum frühen 3:3 Ausgleich nach der Pause einschoss. Fünf Minuten später tankte sich Nadine Scheidegger durch und schoss aus gut 18 Metern. Den Ball konnte die Torhüterin nicht festhalten, so dass Seline Schneider den Nachschuss sicher zum 3:4 verwertete. In der 68. Minute sah der Schiedsrichter eine Regelwidrigkeit im Strafraum der Solothurnerinnen und pfiff sofort auf Elfmeter, den Laetitia Chapeh Yimga zum erneuten Ausgleich von 4:4 verwandelte. Die Tabellenzweiten zeigten einmal mehr Charakter und gingen eine Minute später, in der 69. Minute bereits wieder in Führung, diesmal durch ein herrliches Solo von Simone Zahno. Die Lösung des Krimis war noch nicht sichtbar und Hochspannung war bis zuletzt angesagt.

Die Derendingerinnen erhöhten nochmals den Druck auf das Genfer-Tor und kamen zu weiteren Torchancen, die klarste zum vorentscheidenden 4:6 vergab ganz knapp Corinna Saladin, die kurz zuvor für Seline Schneider eingewechselt wurde. Sieben Minuten vor Schluss gab es einen Freistoss zu Gunsten der SCD Frauen: Der hart getretene Schuss von Andrea Vögeli konnte die Torhüterin nur ganz knapp abwehren, den Nachschuss hämmerte Mariangela Gianforte unhaltbar in die hohe Ecke. – Zum Entsetzen ALLER, wurde der Treffer wegen abseits annulliert – dies wäre der sichere und verdiente Sieg gewesen! Es lief bereits die 90. Minute, das einheimische Team versuchte mit allen Mitteln nochmals den Ausgleich zu erzielen und erhielt den gewünschten Freistoss kurz vor Schluss zugesprochen. Andrea Vögeli zu dieser Szene: “Ich habe die Spielerin nicht einmal berührt – unglaublich, dass der Schiedsrichter gepfiffen hat!“ Den Freistoss hob die eingewechselte Yamna Boudjema über die Mauer zum 5:5 Schlussresultat! - Das war noch immer nicht das Ende des Krimis! In der Nachspielzeit wurde Nadia Scheidegger – nach ihrer 2. gelben Karte des Feldes verwiesen! Was ist geschehen? Nach einem Freistoss-Pfiff zu Gunsten von Derendingen, wurde das Spiel unterbrochen, da eine Spielerin von Chênois vor den Ball stand und dafür GELB kassierte. In diesem Moment spielte Nadine Scheidegger - das Spiel war durch den Schiedsrichter noch nicht freigegeben – den Ball auf eine Mitspielerin. Der Schiedsrichter zeigte für dieses „Vergehen“ wiederum GELB und da es sich bereits um die 2. gelbe Karte von Scheidegger handelte (sie wurde in der 1. Halbzeit verwarnt wegen Foulspiel), bedeutete dies gelb/rot.

Die Überraschung war, dass kein Team ein weiteres Tor erzielte! - So ging ein spannender Krimi-Abend mit einem sehr schmeichelhaften Resultat für die Gastgeberinnen zu Ende!